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Aufruf: Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung! / Call: For an free and open society – Solidarity instead of inclusion!

[english version below] Für den 24. August ruft ein breites gesellschaftliches Bündnis zu einer Großdemonstration in Dresden auf. Die FAU Leipzig hat sich dem Aufruf zu dieser Demonstration angeschlossen und mobilisiert mit zur Teilnahme. Wir stellen uns vehement gegen die rechte Formierung in Gesellschaft und Politik. Wir stehen insbesondere für eine #unteilbare Klassensolidarität und konsequenten Internationalismus. Als kämpferische Gewerkschaft wenden wir uns gegen die Ideologien von Kapitalismus und Nationalismus die in ihrer Geschichte und Gegenwart nichts als Trümmer und Leid hinterließen.

Die Rechten wollen ein Gestern, wir wollen ein Morgen!

Um es klarzustellen: Das rechte Pack in Gesellschaft und Politik hat uns nichts zu bieten außer einem Feindbild des angeblich „Anderen und Fremden“. Wo Rechte regieren, wird vor allem weiter Politik für Reiche betrieben, wird Meinungs- und Pressefreiheit beseitigt, werden Gewerkschaften bekämpft und die Gesellschaft autoritär gleichgeschaltet. 

 Wir stehen für die kämpferische und solidarische Organisierung von Arbeiter*innen „mit“ und „ohne Migrationshintergrund“, ob einheimisch oder geflüchtet – in einer kämpferischen Gewerkschaftsbewegung treten wir gemeinsam den alltäglichen Zumutungen der kapitalistischen Arbeitswelt entgegen. Weltweit!

Eine solidarische Gesellschaft wird uns Zeiten der virulenten, rassistisch-nationalistischen Formierung nicht geschenkt – wir müssen uns dafür organisieren und kämpfen: In den Betrieben, aber auch auf der Straße.

Die FAU Leipzig schließt sich daher dem gemeinsamen Bündnisaufruf #unteilbar an.

                                                                             

Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung sind gesellschaftsfähig. Was gestern mehrheitlich noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist heute Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.

Wir wissen um die Bedeutung der Landtagswahlen in Sachsen und der sächsischen Verhältnisse für die Auseinandersetzung um den bundesweiten Rechtsruck.

Ganz Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als realitätsfremd diffamiert. In dieser Situation lassen wir nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen.

Während der Staat sogenannte Sicherheitsgesetze verschärft, die Überwachung ausbaut und so Stärke markiert, ist das Sozialsystem von Schwäche gekennzeichnet: Menschen leiden darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Bildung, Pflege und Gesundheit, in den Kampf gegen die ökologische Krise, in öffentlichen Nahverkehr, Kinderbetreuung und Jugendkultur. Während ländliche Infrastruktur massiv unterfinanziert ist und die Menschen in die urbanen Zentren drängen, fehlt es in den Großstädten an bezahlbarem Wohnraum. Die Umverteilung von unten nach oben wurde durch die Wendekrise, Agenda 2010 und Finanzkrise massiv vorangetrieben. Steuerlich begünstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen einem der größten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen gegenüber.

Nicht mit uns – Wir halten dagegen!

„Für ein offenes Land mit freien Menschen“ unter diesem Banner gingen ́89 Menschen in Sachsen auf die Straße. Diese Botschaft hat bis heute nicht an Relevanz verloren und soll in diesem Sommer auf die Straßen zurückkehren. So treten wir ein für eine offene und solidarische Gesellschaft, in der Menschenrechte unteilbar und vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind – in Sachsen, Deutschland und weltweit. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze. Gemeinsam treten wir Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus, Antiromaismus, Antifeminismus und LGBTTIQ*-Feindlichkeit entschieden entgegen. Menschen die auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind, dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Gleichwertigkeit aller in ihrem Ansehen und ihren Möglichkeiten ist nicht verhandelbar. Allen hier lebenden Menschen muss gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden.

Wir sind jetzt schon viele, die sich einsetzen:

Ob an den Außengrenzen Europas, ob vor Ort in Organisationen von Geflüchteten und in Willkommensinitiativen, ob in queer-feministischen, antirassistischen Bewegungen, in Migrant*innenorganisationen, in Behinderten- oder Kinderrechtsorganisationen, in Gewerkschaften, in Verbänden, NGOs, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Nachbarschaften, ob in dem Engagement gegen Wohnungsnot, Verdrängung, Pflegenotstand, gegen Überwachung und Gesetzesverschärfungen, gegen die Entrechtung von Geflüchteten und für Klimagerechtigkeit – seit dem Herbst der Solidarität sind Hunderttausende Menschen für eine solidarische Gesellschaft auf die Straßen gegangen – an vielen Orten haben sich Menschen aktiv für eine Gesellschaft der Vielen eingesetzt. Diesen Aufbruch sozialer Bewegungen werden wir in diesem Sommer fortschreiben.

Als Auftakt unserer gemeinsamen Aktivitäten wird am 6. Juli eine Demonstration in Leipzig stattfinden, mit der wir den #unteilbar-Sommer in Sachsen einläuten wollen. Als Höhepunkt ist eine Großdemonstration mit bundesweiter Mobilisierung am 24. August 2019 in Dresden geplant. Dazwischen wollen wir mit der #WannWennNichtJetzt Konzert- und Marktplatztour in Plauen, im Erzgebirge, in Zwickau, Grimma und Bautzen kooperieren. So werden wir an verschiedenen Orten lokal aktiv sein und in einer großen bundesweiten Mobilisierung in Dresden zusammenkommen.

#unteilbar Sachsen lebt von unserem Engagement. Wir alle sind bei der Vorbereitung gefragt: Bei der Vernetzung mit anderen Aktiven und der Mobilisierung in unseren Nachbarschaften.

Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung in ganz Sachsen und weit darüber hinaus!

Für ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit!
Für ein solidarisches und soziales Miteinander in Sachsen statt Ausgrenzung und Rassismus! Für das Recht auf Schutz und Asyl – Gegen die Abschottung Europas!
Für eine freie und vielfältige Gesellschaft!

Solidarität kennt keine Grenzen!


Demonstration in Dresden: 24.08. // 13 h // Altmarkt 

Achtet auf Ankündigungen & kommt in den schwarz-roten Block!

 


 

A broad coalition is calling for a major demonstration in Dresden on 24 August. FAU Leipzig joins the call for this demonstration and is mobilizing people to participate. We stand against the right mob that is forming in society and party politics We stand for class solidarity and an internationalism that is consistent. As a militant workers‘ union, we oppose the ideologies of capitalism and nationalism which have left and continue to leave nothing but ruins and suffering in their wake.

The right wants to go back to the past, we want the future!

To make it clear: the right mob that is forming in society and party politics has nothing to offer but the bogeyman of who supposedly is “different and foreign”. Where the right is in power, policies that benefit the rich are continued, the freedoms of expression and the press are eliminated, unions suffer from repression and society is brought into line by authoritarianism.
 

We organize workers based on solidarity – whether they’re migrants or their (grand-)parents were, whether they’re locals or refugees. With our militant union movement we face the everyday demands of the capitalist workplace together, globally!

In times of virulent racist and nationalist mobilizations, a society based on solidarity will not just be given to us, it is up to us to organize ourselves and fight: at the workplace and in the streets.

FAU Leipzig hence joins the #unteilbar call.
 
There is a dramatic political shift: racism and misanthropy became socially acceptable. What was unthinkable yesterday and considered unspeakable is reality today. Humanity and human rights, religious freedom and the rule of law are openly attacked. This is an attack that affects all of us. 
 
We know about the importance of the state elections in Saxony and current political conditions regarding the dispute over the nationwide shift to the right. 
 
Europe is seized by nationalistic changes of desolidarization and exclusion. Criticism of these inhumane conditions is deliberately defamed as unrealistic. In this situation, we do not allow that the welfare state, refugees and migration are being pitted against each other. We fight back, when human rights and fundamental liberties are being endangered.  
 
While the state is tightening so-called security laws and expands surveillance for the determination of its strength, the social system is characterized by weakness: people suffer from the fact that far too little is invested, such as in education, care and health, in the fight against the ecological crisis, in public transport, child care and youth culture. While agricultural infrastructure is heavily underfunded and people are pushing into urban centers, there is a lack of affordable housing in the cities. The redistribution from the bottom up was massively driven by crisis, such as the “Wendekrise”, Agenda 2010 and the financial crisis. Billon profits due to tax-advantages counterpart one of the largest low-wage sectors in Europe and the impoverishment of disadvantaged people. 
 

Not with us – we hold against this! 

„For an open country with free people“ in 1989 many people demonstrated under that slogan. This message has not lost its relevancy until today and is expected to return to the streets this summer. Now we stand up for an open and solidary society, in which human rights are indivisible and diverse and self-determined life-plans are self- evident- in Saxony, Germany and worldwide.  We oppose any form of discrimination and hate speech. Together, we oppose racism, anti-Semitism, anti-Muslim racism, anti-romanism, anti-feminism and LGBTTIQ* hostility. People who rely on the solidarity of society must not be pitted against each other. The equivalence of everyone concerning their reputation and their possibilities is not negotiable. All people living here must be enabled to participate in society.
 

We already are many who are committed: 

Whether at the external borders of Europe, in the field of refugee organizations and welcome initiatives, in queer feminist or antiracist movements, in migrant organizations, in disability- or child´s-rights organizations, in unions, in associations, NGOs, religious communities, neighborhood associations. Whether in the fight against housing shortages, repression, care needs, against surveillance and restricting laws, against the deprivation of refugees and for climate justice – since “the fall of solidarity” hundreds of thousands of people went out on the streets for a solidary society – in many places people are active and committed to create a society of many. This start of social movements will be continued this summer. 
 
As a start to our joint activities, a demonstration will take place on July 6 in Leipzig, with which we want to initiate the #unteilbar summer in Saxony. The highlight will be a large-scale demonstration with nationwide mobilization on August 24, 2019 in Dresden. In between we want to cooperate with the #wannwennnichtjetzt concert and market place tour in Plauen, in the Erzgebirge, in Zwickau, Grimma and Bautzen. From now on we will be active in many different local places and will mobilize nationwide for the demonstration in Dresden.  
 

#unteilbar Sachsen flourishes through our commitment. Everyone is needed for preparations: Start networking with others and mobilizing in your neighborhoods. 

For an open and free society – Solidarity instead of exclusion in Saxony and far beyond! 

For a Europe of human rights and social justice! 
For a solidary and social togetherness in Saxony instead of exclusion and racism!  
For the right of protection and asylum – Against the isolation of Europe! 

For a free and diverse society! Solidarity knows no borders! 

Demonstration in Dresden: 24.08. // 13 h // Altmarkt 

Stay tuned & join the black-red block!

 

 

Am Ende nur ein Brief: FAU Leipzig treibt erfolgreich ausstehenden Lohn in Gastrobetrieb ein

Ein Mitglied der FAU Leipzig konnte mit Unterstützung der Gewerkschaft erfolgreich ausstehenden Lohn einfordern. Die FAUista arbeitete in einem Gastronomiebetrieb im Leipziger Süden. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall wurde ihr gekündigt und die ihr zustehende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht ausgezahlt. Als die Kollegin alleine ihre Ansprüche einforderte, kam es zu keiner Reaktion. Am Ende brauchte es nur einen Brief durch die FAU Leipzig, damit die Kollegin die rund 1000 Euro ausgezahlt bekam. Dies zeigt, dass es sich auch finanziell lohnt, scheinbar gegebene Ungerechtigkeiten nicht einfach hinzunehmen, sondern sich mit anderen Kolleg*innen zusammenzutun und die eigenen Rechte geltend zu machen. Dabei geht es häufig lediglich um gesetzliche Mindeststandards, die nicht eingehalten und besonders leicht und weitestgehend ohne Risiko (nicht für die Bosse) eingefordert werden können. Dazu gehören vor allem:
    
    Zahlung des Mindestlohns (aktuell 9,19 €/h)
    Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
    Bezahlter Erholungsurlaub
    Bezahlte Feiertage
    Auszahlung von Trinkgeldern

    Bezahlung sämtlicher Arbeitszeit von Anfang bis Ende der Schicht

Schlussendlich kann ein*e Arbeiter*in mit wenig Aufwand nicht unerhebliche drei- oder vierstellige Summen hereinholen, auch und gerade wenn es sich um einen Minijob handelt. Noch besser ist es natürlich, es gar nicht erst dazu kommen zu lassen und sich bereits dann zusammenzuschließen, bevor es Stress mit den Bossen gibt, um sogar Verbesserungen heraus zu holen, die über die kümmerlichen Mindeststandards hinausgehen.

Allein machen sie dich ein!
Deshalb hinein in die Basisgewerkschaft!
Ein Angriff auf Einzelne ist ein Angriff auf uns alle!

Eberhard wütet – Foodora schweigt

Gestern wütete der Orkan Eberhard mit bis zu 120 km/h auch durch Leipzig. Trotz Warnung des deutschen Wetterdienstes kam Foodora nicht seiner Pflicht nach und ließ die Rider ihre Schichten antreten. Erst auf Nachfrage sickerte die Information, dass der Standort Leipzig geschlossen wurde, zu den Ridern durch. Auch Teamleiter konnten auf Nachfrage keine genauen Informationen bekommen. Das war nicht das erste mal! Schon vor einem Jahr schickte Foodora beim Orkan Friderike die Rider auf die Straße. Dieser Vorfall sorgte für eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Damals gab der Presssprecher Foodoras an, dass die Sicherheit der Fahrer*innen oberste Priorität hätte. Von dieser Fürsorge merkten die betroffenen Fahrer*innen leider nichts.

Wie damals fordern wir, dass Foodora im Fall einer offiziellen Unwetterwarnung seiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommt und eine klare Meldung rausgibt, dass nicht gearbeitet wird. Bei vollem Lohnausgleich für die entfallenen Schichten versteht sich!

Erst der Ridersupport entschied unabhängig von der Geschäftsführung, dass sie nicht weiter arbeiten müssen. Danke dafür! <3

Unser Redebeitrag vom 8.März 2019

Liebe Streikende!
Heute vor einem Jahr fanden zahlreiche feministische Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. In mehr als 40 Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Spanien, den USA, Südkorea, Italien, Polen und Argentinien, sind vor allem Frauen, aber auch trans, inter und nicht-binäre Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte und gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung in der Arbeitswelt. Obwohl im Zuge des Rechtsrucks feministische Bewegungen und ihre Errungenschaften bekämpft werden, schließen sich immer mehr Menschen diesen Protesten an.

Diese entstehende Streikbewegung kommt nun endlich auch in Deutschland an.

Auch wir, die Freie Arbeiter*innen Union Leipzig sind dabei!

Mit dem Streik als Kampfform werden wir an den Orten aktiv, an denen wir arbeiten, um das Geld zu verdienen, das wir brauchen um zu überleben. Bei einem feministischen Streik geht es auch um alltägliche und grundlegende Arbeitsformen wie unbezahlte Sorgetätigkeiten in Familie, Haushalt und Beziehung, welche meistens den Frauen aufgrund ihres Geschlechts zugeteilt werden.

Verbesserungen der eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen wie auch grundlegende Veränderungen unserer Gesellschaft werden nicht durch Appelle an Politik oder Arbeitgeber erreicht, sondern durch Arbeitskämpfe. Streiks waren und sind ein wirkungsvolles Mittel, um unsere Ziele durchzusetzen. Durch den Entzug unserer Arbeitskraft können wir viel mehr Druck ausüben als mit einer Demonstration oder Petition. Ganz einfach, weil wir dadurch der kapitalistischen Wirtschaftsweise eine der Grundvoraussetzungen für ihr reibungsloses Funktionieren entziehen.

Aber Streiken ist nicht frei von Risiko und diese wie auch andere Arbeitskampfformen entfalten nur dann ihre Wirkung, wenn sie entschlossen und von vielen gemeinsam durchgeführt werden. Eine gute Planung und Verlässlichkeit untereinander sind wesentlich für den Erfolg. Wir können zusammenkommen in Basisgewerkschaften – wie der FAU -, entsprechende Strukturen aufbauen und einander mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die deutsche Rechtsprechung hat eine sehr enge Definition von Streik. Diese bezieht sich nur auf die Arbeitsniederlegungen von abhängig beschäftigten Arbeitskräften (also nicht z.B. „selbstständigen“). Streiks in Deutschland gelten nur als rechtmäßig, wenn eine Gewerkschaft im Tarifkonflikt zu dem Streik aufruft. Streiks außerhalb von diesem eng gesteckten Rahmen sind in Deutschland illegalisiert.

Politische Streiks haben jedoch auch in Deutschland viel zum Guten bewegt. 1920 wurde z.B. ein faschistischer Putsch (der Kapp-Putsch) nur durch einen unbefristeten Generalstreik aufgehalten. Aber kaum ein europäisches Land hat so einschränkende Streikgesetze wie Deutschland.
In vielen anderen Ländern wird das Streikrecht als individuelles Menschenrecht gehandhabt. Schließlich geht es um die Selbstbestimmung über unsere Zeit und Schaffenskraft. Das gilt für politische Streiks, also Streiks in denen man gegen etwas protestiert oder etwas erzwingen will, das nicht nur tarifliche Ziele verfolgt. Und es gilt auch für wilde Streiks, also solche, die unabhängig von Gewerkschaften geführt werden.

Der einschränkende Umgang mit Streiks in Deutschland wurde in der Vergangenheit mehrfach angemahnt, u. a. von der International Labour Organisation (ILO) und dem Ministerkomitee des Europarats.

Durch eine langfristige und hartnäckige Praxis können wir selber, gemeinsam, ganz praktisch mehr Freiheit und Selbstbestimmung erkämpfen, sowohl auf individueller wie auch auf rechtlicher Ebene. Da politische Streiks vielfach ein positiver Motor von gesellschaftlicher Veränderung und ein wirksames Mittel gegen prekarisierende Gesetzgebungen sein können, lohnt sich dieser Kampf für jede*n ganz persönlich.
Eine Gewerkschaft im Rücken ist ein erster Schritt für einen massenhaften Regelübertritt. Sie bietet die Möglichkeit, Kontakte zu Anwält_innen aufzubauen und Kassen usw. zur Sicherheit anzulegen.

Bei allen Schritten hin zu einer mächtigen Streikbewegung sollten wir darauf achten, dass wir nicht einfach voran preschen, sondern unsere Kolleg*innen mitnehmen. Wenn Aktionen keinen Rückhalt haben, gehen sie nach hinten los. Die Stärke der direkten Aktion ist ja gerade, dass sie ein gemeinsames Moment von Gegenmacht und kollektiver Entscheidungsfindung entfalten können, das Lust auf mehr macht, und das Lust darauf macht, die Gesellschaft insgesamt basisdemokratisch umzugestalten.

Allein streikt es sich schlecht! Gemeinsam aktiv zu werden, schützt nicht nur vor Repression – erst durch gemeinsames Handeln wird ein Streik erfolgreich. Klar kannst du krank machen, aber weiß deine Kollegin überhaupt, warum du an dem Tag fehlst oder nimmt sie es dir vielleicht übel, dass du sie hängen gelassen hast?

Vielleicht hast du den Eindruck: In meinem Betrieb ist so was nicht möglich, die Kolleg*innen interessieren sich gar nicht dafür, selbst aktiv zu werden. Aber ist das wirklich so? Oder siehst du es vielleicht nur nicht? Hast du Kolleg*innen, die sich tatsächlich noch nie über ihre Arbeit beschwert haben?
Die gute Nachricht zuerst: Kritische und kämpferische Belegschaften sind keine Glückssache, sondern können aktiv gestaltet werden. Dieser Prozess wird Organizing genannt, und ist zudem rechtlich völlig unbedenklich. Die schlechte Nachricht: Das braucht Zeit und Hingabe. Und jetzt wieder eine gute Nachricht: Das kannst du lernen und du bist damit nicht allein!

Komm mit deinen Kolleg*innen ins Gespräch: Und zwar persönlich und nicht über Flyer. Frag nach, was sie stört und was sie hindert, was dagegen zu machen. Stell mehr Fragen als Antworten. Stell offene Fragen und hör aktiv zu. Versteh ihre Perspektive und nimm sie ernst. Triff dich mit deinen Kolleg*innen nach Möglichkeit auch außerhalb des Arbeitsplatzes. Suche nach Leuten, die engagiert sind und von anderen Kolleg*innen respektiert werden. Bildet eine verbindliche Gruppe zur Organisierung eures Arbeitsplatzes.

In der FAU, als selbstorganisierte Basisgewerkschaft, streben wir danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir streben danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, weil all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.

Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Form von Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Streik, das Verweigern von Arbeit (bezahlter wie auch unbezahlter Arbeit), ist dabei unser wirksamstes Mittel. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen.
Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Wir solidarisieren uns mit allen von Sexismus betroffenen Menschen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz.

Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Deliverunion erinnert Foodora an Forderungen

Mitte Dezember traf die Deliverunion Leipzig die Geschäftsleitung und übergab die Forderungen, welche durch 60 % der Belegschaft unterzeichnet wurden (https://leipzig.fau.org/deliverunion-leipzig-uebergibt-in-berlin-ihre-forderungen-an-die-geschaeftsleitung-von-foodora/).

Nachdem Foodora bislang keine Reaktion zeigte, haben wir sie daran erinnert, das wir unsere Forderungen nicht vergessen haben.

Stay tuned! #ridersunite

Aufruf zu Aktionen am 8. und 9.März: Patriarchat bestreiken!

Am 8. März letzten Jahres fanden zahlreiche feministische Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. In mehr als 40 Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Spanien, den USA, Südkorea, Italien, Polen und Argentinien, sind vor allem Frauen, aber auch Männer sowie inter und nicht-binäre Menschen auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte und gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung in der Arbeitswelt. Obwohl im Zuge des Rechtsrucks feministische Bewegungen und ihre Errungenschaften bekämpft werden, schließen sich immer mehr Menschen diesen Protesten an. Im letzten Jahr haben sie ihren bisherigen Höhepunkt in Spanien erreicht, wo sich mehrere Millionen Menschen in zahlreichen Orten am Generalstreik beteiligten. Auch unsere Schwesterngewerkschaften aus Spanien (CNT) und Polen (IP) waren ein Teil dieser neuen feministischen Streikbewegung.

Als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen (also Angestellten, Rentner*innen, Schüler*innen, Student*innen Gefangenen, … ) streben wir danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir streben danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind. 

Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen.

Deshalb rufen wir zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir mit allen Frauen und allen von Sexismus Betroffenen weltweit Solidarität zeigen . Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. 

 

Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen! 

Feminismus in die Offensive!

Wir fangen gerade erst an!


8. März:
12-16 h – RichardWagner-Platz – Kundgebung mit Infostand der FAU Leipzig
15 h – Agentur für Arbeit Leipzig (Georg-Schumann-Str. 150)Fahrraddemonstration ,,Für eine gemeinsame und gerechte Verteilung aller gesellschaftlich notwendigen Arbeit!“

 

Anschließend treffen die Demonstrationen aus allen vier Himmelsrichtungen auf die Kundgebung um dann gemeinsam zur Abschlusskundgebung 17 h auf dem Augustusplatz zu ziehen!

               

9. März: 
11 h – Leipzig Hauptbahnhof (Gleis 23) – Zuganreise: Demonstration der Gefangenengewerkschaft zur Frauen-JVA Chemnitz (https://ggbo.de/aufruf-chemnitz-2019/)