Die Technische Infrastruktur der FAU war wegen Cybercrime-Razzia vorübergehend offline

Die Webseiten und Emails der FAU laufen seit heute Morgen wieder. Gestern Abend fand bei unserem Provider, dem Wissenschaftsladen (WiLa) Dortmund eine Razzia statt. Deswegen wurden alle unsere Dienste offline genommen. Wir waren aber anscheinend nicht das Ziel der Razzia, da unsere Server dagelassen wurden. Sie konnten nach dem Ende des Einsatzes wieder angeschaltet werden.

Die Polizei gab laut Medienberichten als Anlass für die Razzia, dass angeblich über einen im Wissenschaftsladen stehenden Server eine Internetseite betrieben wurde, auf dem im ”Wikileaks”-Manier geheime Dokumente verbreitet worden seien. Der Verein WiLa bietet verschiedene Internet-Dienste an – zum Beispiel können in seinen Serverräumen Plätze für nichtkommerzielle Server gemietet werden.

Die mit Maschinengewehren ausgerüstete Polizei hat zudem nicht nur im Wissenschaftsladen eine Durchsuchung gemacht und Gegenstände beschlagnahmt, sondern auch im gesamten Kulturzentrum Langer August, dessen Räume der WiLa nutzt. Einen Durchsuchungsbeschluss gab es aber nur für die Räume des WiLa.
Im Kulturzentrum hausen viele gemeinnützige Organisationen, u.a. das Bündnis gegen Rechts, das älteste Schwulen- und Lesbenzentrum Deutschlands KommunikationsCentrum Ruhr, die Ärzte gegen Atomkraft und der lokale Chaos-Computer-Club. Der Einsatz und die Durchsuchung ist nach Ansicht vieler Mieter*innen nicht rechtmäßig.

Wir rufen auf zur Solidarität mit den Betroffenen der Repression!

Was dein Chef nicht will dass du weißt: Auch im Minijob hast du Recht auf Urlaubsentgelt und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Ein Mitarbeiter auf Minijob-Basis eines Telekommunikationsunternehmens hat sich in der FAU Leipzig organisiert, als der ihm per Gesetz zustehende bezahlte Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verweigert wurde. Besonders kreativ: Angezeigte Krankheitstage wurden als normal abgesagte Schichten erfasst, um die Bezahlung zu umgehen.

Nach einem Forderungsschreiben hat das Unternehmen nachgegeben und die komplette Forderung gezahlt. Viele Unternehmen nutzen die Unwissenheit der Minijobber um ihre Rechte schamlos aus, um grundlegendste Standards zu verwehren.

Der Fall zeigt, dass es sich auch bei „kleinen“ Problemen lohnt, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren.

Kurzaufruf: Heraus gegen christliche Fundamentalist*innen und für den Feminismus

Auch dieses Jahr wollen christliche Fundamentalist*innen gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht aller Schwangeren demonstrieren. Das feministische Bündnis Pro Choice Sachsen nutzt diesen Anlass, um mit einer eigenen Demonstration für folgende Ziele einzutreten:

 1. Abtreibungen müssen legal, kostenlos und sicher sein! §218 StGB abschaffen!

 2. Informationsfreiheit umsetzen! Es muss möglich sein, öffentlich über Abtreibungsmöglichkeiten aufzukären! §219a StGB abschaffen!

 3. Inklusion leben! Für eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob ein Kind mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommt!

 4. Die Gleichberechtigung aller sexuellen Lebensweisen und geschlechtlichen Identitäten!

 5. Weltweiten kostenlosen Zugang zu Aufklärung über den menschlichen Körper und Sexualität, sowie Verhütungsmitteln!

 

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Direkte Aktion #3: Organisiert euch!

Die FAU Leipzig unterstützt mit einer Kundgebung in der Leipziger Innenstadt einen Arbeitskampf im Gastronomiegewerbe. Basis ist ein Konflikt bezüglich der Bezahlung eines Mitarbeiters, der kritisch vom Solidarischen Netzwerk aufgegriffen wurde.

Einem Mitarbeiter des Betriebs soll ein Stundenlohn von 4 Euro versprochen worden sein – und selbst von diesem Hungerlohn soll ihm nur ein kleiner Teil ausgezahlt worden sein. Uns sind viele ähnliche Fälle bekannt, wo Arbeitgeber gezielt Menschen einstellen, die wenig deutsche Sprachkenntnisse und soziale Kontakte vor Ort haben, und sie für den Bruchteil eines angemessenen Lohns schuften lassen. In der Gastronomie, wie auch beispielsweise im Baugewerbe. Darunter der wohl bekannteste Fall von Lohnprellerei im Bau, die ”Mall of Shame”, wo einige der Arbeiter sich in der FAU Berlin organisiert haben.

In der FAU organisieren sich Arbeiter*innen in Betriebsgruppen, und können damit präventiv gegen Lohndumping, Zahlungsausfälle und weitere Abzocke durch die Arbeitgeberseite wirken. Mit der Kundgebung unterstützen wir einerseits die Forderungen im konkreten Fall, andererseits wollen wir auf prekäre Arbeitsbedingungen hinweisen und branchenübergreifend zur Selbstorganisation ermutigen. Wie das praktisch aussehen kann, hat uns bereits die DeliverUnion gezeigt.

Zeigt euch solidarisch gegen Ausbeutung, mit dem Solidarischen Netzwerk, sowie der seit Anfang des Jahres neu gegründeten FAU Leipzig und kommt zu Kundgebung:

Wir Treffen uns am Samstag, den 02. Juni um 17:45 Uhr an der Thomas Kirche um gemeinsam zum Restaurant zu gehen. Das Restaurant befindet sich in der Ratsfreischulstraße 10 (04109 Leipzig)

frontal21: Billiglöhne für Gefangene – Arbeiten im Knast

Zum einen profitieren Unternehmen, weil sie kostenoptimierend produzieren können, zum andern verdient daran auch der Staat. Nach Frontal 21-Recherchen erwirtschafteten die Bundesländer allein 2017 insgesamt rund 168 Millionen Euro mit der Arbeit von Gefangenen.

Doch während Wirtschaft und Staat profitieren, sind die Gefangenen doppelt gestraft: Ihr Lohn für teils hochqualifizierte Arbeit beträgt im Schnitt nur ein bis drei Euro am Tag. Doch noch viel härter trifft sie, dass nichts in die Rentenkasse eingezahlt wird, was je nach Länge der Haftstrafe zu großen Lücken führen kann. Seit Jahrzehnten versuchen Bund und Länder eine Regelung zu finden, ohne Erfolg. Der ehemalige JVA-Leiter Thomas Galli sieht das kritisch: „Viele rutschen in die Altersarmut und die Wahrscheinlichkeit, wieder straffällig zu werden, steigt.“

Frontal 21 über das Geschäft mit der billigen Knast-Arbeit.

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FAU Leipzig – die kämpferische Basisgewerkschaft

Im Januar 2018 gründete sich das Allgemeine Syndikat FAU Leipzig. Die FAU ist eine selbstorganisierte Basisgewerkschaft. In Zusammenarbeit mit der FAU Leipzig hat sich auch die DeliverUnion Leipzig gebildet, in der sich Beschäftigte in Lieferdiensten organisieren, um sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Leipzig ist nach Berlin auch der zweite lokale Standort der Union Coop, der Föderation gewerkschaftlicher Kollektivbetriebe.

Leipzig ist eine der am schnellsten wachsenden Großstädte Deutschlands, migrantisch und studentisch geprägt, mit hoher Arbeitslosigkeit und zunehmender Gentrifizierung. Der Arbeitsmarkt ist höchst prekär. Neue Jobs finden sich zunehmend in der Zeit- und Leiharbeit – z.B. in der Logistik, im Callcenter, in der Pflege, in der Gastronomie sowie in Wissenschaft und Bildung.

Wir kommen aus verschiedenen Branchen und aus verschiedenen Ländern. Uns einen die schlechten Erfahrungen mit Lohnarbeit. Wir sind darüber hinaus der Überzeugung, dass es dabei nicht einfach nur manchmal nette und manchmal besonders fiese Chefs gibt. Das kapitalistische Arbeitsverhältnis zwingt uns eine Struktur auf, aus der diese Probleme folgen. Wir halten dieses Verhältnis für veränderbar. Und ein netter Chef kann manchmal der schlimmste sein.

Daher haben wir uns in der FAU organisiert, um uns zu wehren und um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Wir kämpfen gemeinsam, und wir bilden uns gemeinsam weiter über unsere Rechte und Aktionsmöglichkeiten.

Wir gehen über die üblichen Forderungen nach mehr Lohn hinaus. Daher arbeiten wir zum Beispiel in der union-coop am Aufbau von Alternativen durch selbstverwaltete Kollektivbetriebe.

Wir sind eine junge, dynamische Gewerkschaft. Wir wollen uns im eigenen Alltag für konkrete Verbesserungen einsetzen. Es gibt keine Trennung zwischen Studierende, Erwerbslose, Selbstständige, Voll- und Teilzeitbeschäftigte. Alle sind willkommen, weil wir alle vor denselben Problemen stehen.

Wir wollen dich ermutigen, deinen Arbeitsplatz zu beobachten: Kennen du und deine Kolleg_innen eure Rechte? Was für Probleme gibt es? Was braucht ihr, um diese zu lösen?

Um darüber überhaupt ins Gespräch zu kommen, macht es Sinn, sich kollektiv am Arbeitsplatz zu organisieren und sich kritisch mit der Arbeitswelt und unseren Rollen darin auseinanderzusetzen. Nur wenn wir uns gemeinsam organisieren und mit direkten Aktionen Widerstand leisten, können wir beginnen, eine positive Veränderung an unseren Arbeitsplätzen und in unserem Leben zu erreichen.