Bildungsherbst 2026

Auch in diesem Herbst warten wieder spannende Workshops auf euch!

Hier der erste Überblick:

26.09. Neumitgliedseminar
17.10. Grundlagen Organizing
24.10. Feministische Gewerkschaftsarbeit
21.11. Individuelles Arbeitsrecht

Genauere Infos zu den einzelnen Veranstaltungen folgen.

Nur für Mitglieder!

Zum Anmelden schreibt eine kurze Mail an: bildung.leipzig@fau.org

This autumn exciting workshops await you again!

A first quick overview:

26.09. Workshop for new members
17.10. Organizing basics
24.10. Feminist union work
21.11. Individual workers rights

Detailed information about the individual workshops will be posted soon!

Exclusively for members!

To register, send a short email to: bildung.leipzig@fau.org

Pflegedienst zahlt offene Überstunden an unser Mitglied aus!

Als das Arbeitsverhältnis unseres Mitglieds endete, waren noch Überstunden offen.
Der Betrieb rechnete diese nicht ab und zahlte nicht aus.
Nachfragen und Aufforderungen liefen ins Leere.

Die Zeit lief – denn nach mehreren Monaten drohen die Ansprüche zu verfallen.
Unser Mitglied wandte sich an die FAU.
Gemeinsam forderten wir den Betrieb schriftlich auf, die offenen Ansprüche transparent aufzustellen und abzugelten.
Wichtig dabei: Mit der schriftlichen Geltendmachung war die Ausschlussfrist gewahrt.
Auch wenn der Betrieb weiter mauerte, waren die Ansprüche damit gesichert.
Schließlich schaltete der Betrieb eine anwaltliche Vertretung ein und stritt sämtliche Ansprüche ab.

Doch wir ließen nicht locker.
Nach zähem Schriftwechsel lenkte der Betrieb ein und zahlte die offenen Überstunden aus.
Fast ein Jahr nach Ende des Arbeitsverhältnisses landete das Geld auf dem Konto.
Der Betrieb hatte darauf gesetzt, dass wir irgendwann aufgeben.
Falsch gedacht!

Dir wird Lohn, Urlaub oder Überstunden vorenthalten?
Warte nicht ab!
Ausschlussfristen laufen oft schon nach drei Monaten ab.
Komm am besten direkt zu uns in die Beratung!

Substanz Biergarten & Kneipe zahlt vierstellige Summe an Gewerkschaftsmitglied aus!

Am 09.02.2026 fand am Arbeitsgericht Leipzig eine Güteverhandlung statt.
Dabei ging es um die Kündigung eines unserer Mitglieder im Dezember 2025.
Der Arbeitgeber sprach eine verhaltensbedingte fristlose Kündigung aus, ohne entsprechende Gründe dafür vorweisen zu können. Die betroffene Person reichte daraufhin Klage ein.

Letzten Endes konnte ein Vergleich im Sinne unseres Mitglieds erreicht werden:
Das Arbeitsverhältnis wurde rückwirkend zum 31.01.2026 für beendet erklärt und muss dementsprechend vergütet werden.
Zudem ist die Kündigung ohne Verschulden des Mitglieds zustande gekommen, was eine Sperre bei der Arbeitsagentur verhindert.
Des Weiteren bekommt das Mitglied 2.000€ ausgezahlt und ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt.

Auch dieser Fall ist damit abgeschlossen!
Schlechte Arbeitsbedingungen und miese Behandlung sind keine Naturgesetze – gemeinsam können wir uns wehren!

Tapasbar Meerjungfrau zahlt ausstehende Krankenkassenbeiträge zurück an unser Mitglied!

Vor einigen Monaten haben wir bereits über unseren Konflikt mit der Tapasbar Meerjungfrau berichtet.
Der Vorwurf war: Unser Mitglied hat dort für knapp 4 Monate gearbeitet ohne einen schriftlichen Arbeitsvertrag zu bekommen.
Außerdem hat der Arbeitgeber für 3 der 4 Monate keine Krankenkassenbeiträge gezahlt. Unser Mitglied musste sie selbst übernehmen.
Das wollten wir uns so nicht gefallen lassen!

Nachdem wir wiederholt versuchten Kontakt mit dem Arbeitgeber aufzunehmen, veranstalteten wir eine Kundgebung vor der Bar.
Mit über 50 Personen auf der Straße, sah sich der Chef dann dazu gezwungen mit uns in die Verhandlungen zu gehen.
Ein leeres Versprechen wie sich später herausstellen sollte: Zum vereinbarten Termin wollte er kurzfristig nicht kommen, stattdessen nahm sein Anwalt mit uns Kontakt auf.
Doch nach jeder Menge Schriftverkehr knickte der Arbeitgeber und sein Anwalt schließlich doch ein.

Die Krankenkassenbeiträge wurden an unser Mitglied zurückgezahlt.
Der Fall ist abgeschlossen.
Doch was lernen wir daraus?
Wer sich noch nicht einmal an die eh schon viel zu niedrigen Standards des deutschen Rechts halten kann, der sollte auch damit rechnen dafür die Quittung zu bezahlen!

Arbeitskonflikt erfolgreich beendet: Spreadshirt zahlt fünfstellige Summe an Gewerkschaftsmitglied!

Vor einer Weile haben wir darüber schon berichtet, dass mit unserer Unterstützung bei Spreadshirt ein Betriebsrat gegründet wurde. Das ist beim Management natürlich gar nicht gut angekommen. Im Zuge der Betriebsratswahl kam es entsprechend zu mehreren Kündigungen von Gewerkschaftsmitgliedern, weshalb wir hier auf einen dieser Fälle genauer eingehen wollen.

Unser Mitglied hatte eine E-Mail geschrieben, in der er auf das grundlegende Recht der Beschäftigten auf eine Interessenvertretung hingewiesen hat. Unmittelbar danach erhielt er eine fristlose Kündigung, inklusive Sperrung seiner Zugänge. Später folgte noch eine ordentliche Kündigung.

Ein klarer Fall von Union Busting!

Das lassen wir natürlich nicht auf uns sitzen, also haben wir Klage erhoben. Zuerst sah es düster aus: Weder in der Güteverhandlung noch danach war Spreadshirt zu einem annehmbaren Angebot bereit.
Dadurch ließen wir uns nicht entmutigen! Und siehe da: Noch auf dem Flur des Arbeitsgerichts kam der Anwalt der sprd.net AG auf uns zu und wollte verhandeln.

Am Ende stand ein Angebot von knapp 15.800 € netto. Für unser Mitglied war das akzeptabel und es kam zu einer Einigung.
Damit ist dieser Arbeitskonflikt im Sinne unseres Mitglieds beendet.

Organisiert euch, es lohnt sich!

Eskalationskampagnen: Grundlagen der gewerkschaftlichen Aktion

[English below]

⏰ 15.11., 11-16:30 Uhr, inkl. Pausen
📍Lokal der FAU, Breite Straße 4

Ob Lohneintreibung in der Gastronomie oder Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes im Blumenladen: mithilfe direkter gewerkschaftlicher Aktionen können wir unsere Rechte als Arbeiter:innen durchsetzten.

Manchmal gelingt dies ohne juristische Umwege. Aber was braucht ein Syndikat dazu? In der Schulung vollziehen wir nach, wie wir (kleinere) gewerkschaftliche Aktionen von Beginn an planen und umsetzen.

Vermittelt werden soll das grundlegende gewerkschaftliche Handwerkszeug: Aufbau und Mandat der Strukturen, welche die Auseinandersetzung betreuen, Soziogramm, Betriebsrecherche, Eskalationsstrategie, Aktionsformen. Die Schulung richtet sich in erster Linie an Einsteiger:innen in das Thema.
Für alle Mitglieder des Leipziger Syndikats.

Wo? Lokal der FAU, Breite Straße 4
Wann? 15.11.25, 11 – 16:30 Uhr
Interesse geweckt? Dann melde dich bitte bis zum 12.11.2025 an: bildung.leipzig[at]fau.org.

Wir freuen uns auf dich! 🪻🌱🐈‍⬛

***

Escalation campaigns: Fundamentals of union action

⏰ November 15, 11 a.m. to 4:30 p.m., including breaks
📍FAU office, Breite Straße 4

Whether it’s wage collection in the restaurant industry or compliance with working time laws in flower shops: with the help of direct union action, we can enforce our rights as workers.

Sometimes this can be achieved without legal detours. But what does a union need to do this? In this training, we will review how to plan and implement (smaller) union actions from the outset.

The training will cover the basic tools of trade union work: the structure and mandate of the bodies that oversee disputes, sociograms, workplace research, escalation strategies, and forms of action. The training is primarily aimed at those new to the subject.
For all members of the Leipzig Syndicate.

Where? FAU office, Breite Straße 4
When? November 15, 2025, 11 a.m. to 4:30 p.m.
Interested? Then please register by November 12, 2025: bildung.leipzig[at]fau.org.

Workshop: Individuelles Arbeitsrecht am 13.09.2025

Nur für Mitglieder der FAU 🙂:

Wann 📅? 13.09.25, 12:45 – 17:15 Uhr
Wo 📌? FAU Lokal Breite Straße 4, 04317 Leipzig

Krankheit, Urlaub, Kündigung – das sind typische Situationen im Berufsleben, in denen rechtliche Ansprüche oft unbekannt bleiben. Doch dadurch gehen oft bares Geld oder Nerven verloren. In diesem Workshop sollen Unwissenheiten und Missverständnisse ausgeräumt werden, wenn es um das Arbeitsrecht geht. Anhand eines passenden Fallbeispiels wird das Gelernte gleich praktisch angewendet.

Es soll um die wesentlichen Arbeitsrechte und ihre Anspruchsgrundlagen gehen. Anhand eines einfachen Zeitstrahls wird ein idealtypischer Verlauf eines Arbeitsverhältnisses dargestellt und die verschiedenen relevanten Situationen wie Krankheit, Urlaub oder Kündigung sowie die damit zusammenhängenden Rechte werden gemeinsam erarbeitet.

Im Zuge dessen wird auch gemeinsam in die Gesetzestexte geschaut, um den Teilnehmenden die juristische Sprache vertraut zu machen und den Umgang mit Gesetzen zu erläutern. Anschließend werden die offenen Ansprüche mithilfe eines fiktiven Lohnzettels für einen Minijob ausgerechnet. Dies wird in Kleingruppen passieren und anschließend gemeinsam ausgewertet. Dies dient vor allem dazu, das erworbene Wissen gleich anzuwenden und damit zu festigen.

Das Beispiel ist an Fälle aus der gewerkschaftlichen Sprechstunde der FAU Jena angelehnt und entspringt somit der realitätsnahen Erfahrung.

Interesse geweckt?

Dann melde dich vorher unter bildung.leipzig[at]fau.org an!

Betriebsrat bei Spreadshirt gegründet!

(English version below)

Mit unserer Unterstützung hat die Leipziger Spread Group einen neuen Betriebsrat.

Aber wer genau ist denn Spreadshirt überhaupt?

Spreadshirt (offiziell Spread Group) ist ein internationales Textilunternehmen mit Hauptsitz in Leipzig. Bekannt wurde es, weil man dort eigene Designs auf Kleidung und Accessoires drucken lassen kann. Das Unternehmen existiert seit etwa 20 Jahren und beschäftigt weltweit über 1.000 Menschen. In Leipzig sitzen der Kundenservice und die sprd.net AG.

Und was ist los bei Spreadshirt?

Ende 2024 machten Gerüchte die Runde: Der gesamte Leipziger Customer Service könnte nach Südafrika ausgelagert werden, was wiederum große Kündigungswellen verursachen würde.

Unsere seit 2022 bestehende Betriebsgruppe (aktiv in beiden Leipziger Unternehmensteilen) beschloss daraufhin, einen Betriebsrat zu gründen. Damit sind erstmals alle Betriebsteile in Deutschland durch einen Betriebsrat vertreten!

Als dann die erwartete Kündigungswelle kam, und der Leipziger Kundenservice von über 100 auf 70 Personen reduziert wurde, konnte der frisch gewählte Betriebsrat diese abfedern. Der Betriebsrat hat in den ersten Monaten direkt einen Sozialplan für die Kündigungen durchgesetzt mit doppelten Abfindungen und einer Volunteer-Liste. Vorrang hatten Kolleg*innen, die einen Ausstieg aus dem Unternehmen leichter verkraften konnten. Ohne den Betriebsrat wären einfach diejenigen entlassen worden, deren Zahlen am schlechtesten waren – unabhängig davon, ob sie den Job dringend brauchten.

Die Gründung des Betriebsrats ist ein erster wichtiger Schritt für mehr Mitbestimmung und
fairere Arbeitsbedingungen bei der Spread Group.

Übrigens:

Im Verlauf der Betriebsratsgründung kam es zu Kündigungen von
mehreren unserer Mitglieder.

Dagegen wehren wir uns!

In nächster Zeit erwartet euch also noch mehr zu Spreadshirt!

English version:

New Works Council established at Spreadshirt

With our support, the Leipzig-based Spread Group has a new works council.

What exactly is Spreadshirt anyway?

Spreadshirt (officially Spread Group) is an international textile company with its headquarters in Leipzig. It became well-known because it allows customers to have their own designs printed on clothing and accessories. The company exists for about 20 years and employs over 1,000 people worldwide. The customer service and sprd.net AG are located in Leipzig.

So what’s going on at Spreadshirt?

At the end of 2024, rumors were circulating that the entire  Customer Service might be outsourced to South Africa, which in turn would cause a major wave of layoffs.

In response, our Betriebsgruppe, which had existed since 2022 and was active in both Leipzig company divisions, decided to establish a works council. With this, all German business units are represented by a works council for the first time!

When the expected wave of layoffs came, and the Leipzig customer service team was reduced from over 100 to 70 people, the newly elected works council was able to ease the impact. In its first few months, the works council immediately pushed through a social plan for the layoffs that included double severance pay and a voluntary list. Priority was given to colleagues who could more easily cope with leaving the company. Without the works council, those with the worst performance metrics would have simply been dismissed – regardless of whether they urgently needed the job.

Founding the works council is a first important step toward greater participation and more
appropriate working conditions at the Spread Group.

By the way:

During the process of founding the works council, several of our members were terminated.

We are fighting back against this!

Stay tuned to hear more about Spreadshirt in the near future!

Lesekreis zum Thema Anarchosyndikalismus

Ihr habt euch vielleicht schon einmal gefragt, warum die FAU Leipzig tut, was sie tut. Um zu wissen, dass es einem schlecht geht unter den gegenwärtigen Verhältnissen und um kollektiv für die Verbesserung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen, muss man kein Buch gelesen haben. Nichtsdestotrotz veranstaltet die FAU Leipzig über den Sommer 2025 einen❗Lesekreis zum Thema Anarcho-Syndikalismus❗- für alle, die in diesen Zeiten auf einer konstruktiv-diskursiven Suche nach etwas Orientierung, Hoffnung und nicht zuletzt nützlichen Anregungen für die eigene sozialrevolutionäre Praxis sind.

📕Buch (möglichst zu den Sitzungen mitbringen):

„Anarchosyndikalismus. Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung“ – Helge Döhring, Verlag Edition AV, 2017 (Link)

🗓️ Termine:

  • 1: 05.06. Vorstellung, gemeinsam Einleitung lesen (im Weiteren selbständige, vorbereitende Lektüre)
  • 2: 19.06. Kapitel 1 (7 Seiten) und Kapitel 2 bis 2.3.2 (20 Seiten)
  • 3: 03.07. Kapitel 2. zu Ende und Kapitel 3.1. (insgesamt knapp 20 Seiten aber inhaltlich viel)
  • 4: 17.07. Kapitel 3 zu Ende (38 Seiten)
  • 5: 31.07 Kapitel 4 (24 Seiten)
  • 6: 14.08 Kapitel 5 bis 5.2.5 (20 Seiten)
  • 7: 28.08. Kapitel 5 zu Ende (25 Seiten)
  • 8: 11.09. Kapitel 6 (10 Seiten) und Abschlussdiskussion

🕰️Uhrzeit: Immer 18:30 Uhr

📍Ort: Gewerkschaftslokal der FAU Leipzig; Breite Straße 4

✅ Offen für Nicht-Mitglieder.
✅ Für Mitglieder besteht die Möglichkeit, eines unserer drei Buch-Exemplare zu leihen (auf dem ersten Treffen oder per Email an faul420[at]fau.org).
✅ Für Snacks und Getränke wird gesorgt.

Wir würden uns freuen, euch zu sehen!

Arbeitskonflikt gewonnen! Vergleich im Kammertermin – Schweigeklausel gekippt!

Im September 2024 haben wir vor der Bierbar Bier‘n‘Roll gegen die Kündigung einer Kollegin demonstriert. Kurz darauf gab es eine Einigung vor Gericht – welche die Gegenseite dann aber widerrief. Der Grund: Man wolle jetzt doch noch zusätzlich eine Schweigeklausel einbauen, die es der FAU verbieten soll, über den Fall öffentlich zu sprechen. Für unser Mitglied und uns ein nicht tragbarer Vorschlag.

Vor etwa einem Monat gab es nun den zweiten Gerichtstermin. Das Ergebnis: Ein Vergleich ohne Schweigeklausel und eine höhere Summe für unser Mitglied.

Damit ist dieser Konflikt erfolgreich beendet.

Hinaus zum syndikalistischen 1. Mai!

Wann 📅? 1. Mai, 14 Uhr
Wo 📌? Richard Wagner Platz, 04109 Leipzig

Ein neues Jahr, bald eine neue Regierung und keine Verbesserungen in Sicht. Die politischen Realitäten unserer Zeit wirken oft lähmend, als gäbe es keine Chance für eine bessere Welt. Dabei ist es unübersehbar, dass die Gesellschaft, in der wir leben, von Krisen geprägt ist.
Nicht nur die letzte Bundestagswahl zeigt, dass wir uns nicht einfach aus dieser Misere heraus wählen können. Wir können auch nicht darauf hoffen, dass andere für uns den Kampf für eine bessere, gerechtere Welt und eine solidarische Gesellschaft führen werden – das müssen wir schon selber tun!

Wir als FAU Leipzig wollen ein Zeichen setzen gegen das Gefühl der Machtlosigkeit, das viele von uns erdrückt. Daher rufen wir euch dazu auf, mit uns gemeinsam am 1. Mai, dem internationalen Arbeitskampftag, auf die Straße zu gehen. Wir wollen deutlich machen, dass wir uns wehren können gegen Rechtsruck, Klimakollaps und die ganz alltägliche Ausbeutung am Arbeitsplatz. Wir wollen gemeinsam dafür einstehen, uns zu organisieren und eine kämpferische Bewegung von unten aufzubauen!

Unser Fokus ist dabei insbesondere die gewerkschaftliche Organisierung am Arbeitsplatz, welche den Klassenkampf zu einer Sache unseres Alltags macht. Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, dass wir uns als emanzipatorische Bewegung zusammenschließen müssen, dass wir Strukturen aufbauen müssen, die den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind. Strukturen, die in der Lage sind, die Betriebe selbst in die Hand zu nehmen.

Auf unserer Demonstration werden wir explizit keine Forderungen an die Politik stellen. Es ist allen klar, dass diese sowieso nicht gehört werden. Nein, unsere Demonstration richtet sich ganz konkret an all unsere Mitmenschen, die es auch leid sind, dass ihre Stimmen nicht gehört werden.

Wir wollen Arbeitskämpfe und gewerkschaftliche Organisierungen sichtbar machen und jede*n Einzelne*n dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden, sich selbst zu organisieren. Wir wollen eine kämpferische, aber friedliche Demo veranstalten, welche für möglichst viele Menschen jeden Alters und Geschlechts zugänglich ist.

Die Angriffe auf die Zivilgesellschaft, auf Arbeitsrechte und das Streikrecht werden in den nächsten Jahren kommen. Lasst uns diesen Herausforderungen gemeinsam entgegen treten. Und allen, die das Leben im Kapitalismus als erdrückend empfinden, wollen wir sagen: Ihr seid noch lange nicht wütend genug! Wir sehen uns auf der Straße.

Kommt gerne bunt gekleidet!

Please respect: Keine National- oder Territorialfahnen. Keine Parteifahnen.

Workshop: Klage zum Arbeitsgericht am 22.03.25

Nur für Mitglieder der FAU 🙂:

Du willst einen Überblick zum Arbeitsrecht haben, aber hast keine Lust auf ein Jura-Studium? Zumindest zum Thema Klage zum Arbeitsgericht haben wir da was für dich: Im Workshop am 22. März lernen wir wichtige Grundlagen, um eine Klage zum Arbeitsgericht zu verfassen. Es wird um folgende Themen gehen:

  • Kurzeinführung in die Grundlagen des (Arbeits)gerichtsprozesses
  • Aufbau und Sprache im Urteil
  • Aufbau und Sprache der Klage sowie formelle Anforderungen
  • Praxis: Selbst Klageentwürfe für verschiedene Szenarien verfassen
  • Ein Schwerpunkt wird auf der Kündigungsschutzklage liegen

Der Workshop soll zunächst einen groben Überblick liefern, welche Anforderungen an eine Klage existieren und welche Fallstricke es gibt. Auf Details und Feinheiten können wir jedoch sehr gerne im Bedarfsfall eingehen.

Wann 📅? Samstag, 22. März 2025, 11:00 – 17:30 Uhr (inkl. 1 Stunde gemeinsame Mittagspause)

Wo 📌? Eisenbahnstraße 176 – 182, Multiraum im Erdgeschoss, 04315 Leipzig

Der Workshop wird in einem größeren Seminarraum des Projekts SchönerHausen stattfinden, damit wir uns mit Ruhe und Spaß dem Prozessrecht widmen können. Im Anschluss möchten wir mit allen, die Lust haben, ein Feierabendbier trinken.

Bitte bringt etwas zu Trinken, zu Essen, sowie Teller und Besteck mit, da wir vor Ort keine Küche haben. Außerdem sind dicke Socken/Hausschuhe von Vorteil.

Anmeldung:
Bitte schicke uns bis zum 21.03.25 deine Anmeldung an bildung.leipzig[at]fau.org, im besten Fall mit folgenden Angaben:

  • Name, FAU-Nummer / FAU-Mail-Adresse
  • Seit wann bist du im Syndikat?
  • Bist du schon aktiv, wenn ja wo?

Arbeitskonflikt erfolgreich beendet! – Neumitglied erreicht mithilfe der FAU sehr guten Vergleich vor Gericht

Gestern, am 04.03.25, fand am Arbeitsgericht Leipzig eine Güteverhandlung statt. Dabei ging es um die Kündigung eines FAU-Neumitglieds. Dieses wurde zu Beginn des Jahres von seinem Arbeitgeber – einer Jugendhilfeeinrichtung – gekündigt. Der Arbeitgeber sprach sowohl eine außerordentliche als auch eine ordentliche Kündigung aus – beide allerdings angreifbar und mit teils zweifelhafter Begründung.

Die betroffene Person reichte zunächst eigenständig und mit privater Unterstützung Kündigungsschutzklage ein. Als der erste Gerichtstermin feststand, wandte sie sich zudem an die FAU mit der Bitte um Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Verhandlung. Wir sind mit dem Neumitglied mögliche Szenarien durchgegangen, zudem waren mehrere Gewerkschafter*innen zur Unterstützung beim Termin anwesend.

Letzten Endes konnte ein Vergleich im Sinne unseres Mitglieds erreicht werden:
Das Arbeitsverhältnis wurde rückwirkend zum 28.2. für beendet erklärt und muss dementsprechend vergütet werden. Zudem ist die Kündigung nun ohne Verschulden des Mitglieds zustande gekommen, was eine Sperre beim Arbeitsamt verhindert. Des Weiteren bekommt unser Mitglied 150 Überstunden nachträglich ausgezahlt sowie ein wohlwollendes Arbeitszeugnis ausgestellt.

Damit ist dieser Arbeitskonflikt im Sinne unseres Mitglieds und damit erfolgreich beendet.

Wir freuen uns, einen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet zu haben und beglückwünschen die betroffene Person, welche sich sehr souverän vor Gericht selbst vertreten hat!

Solidarisch mit Fabrikarbeiter*innen in Myanmar – Menstruationsprodukte für alle, die sie brauchen!

Stell dir vor: Du hast Schmerzen, du blutest, aber du kannst die Arbeit nicht verlassen.

Das ist die Realität von Tausenden von Arbeiter*innen in Textilfabriken in Süd- und Südostasien. Vor allem in Myanmar hat sich die Situation noch verschärft, seit das Militär dort wieder eine Diktatur eingerichtet hat. Selbst wenn die Arbeiter*innen ihre Periode haben, müssen sie Überstunden machen, sechs Tage die Woche und ohne saubere oder funktionierende Sanitäranlagen. Noch dazu sind die Preise für Menstruationsprodukte so stark gestiegen, dass die meisten Arbeiter*innen sie sich nicht mehr leisten können. Deshalb nutzen viele von ihnen Stoffreste aus den Fabriken, was immer wieder zu Infektionen führt.

Nicht nur in Myanmar – Betroffene auf der ganzen Welt müssen während ihrer Periode die gleiche Arbeit leisten wie alle anderen und selbst für die Hygieneprodukte aufkommen. Einigen geht es dabei schlechter als anderen, denn Schmerz ist immer individuell!

Es gibt bereits Länder auf der Welt wie Südkorea, Taiwan, Spanien und Sambia, die ein Recht auf Menstruationsurlaub eingeführt haben. In diesem Sinne: Es ist möglich!

Wir fordern:

  1. Bereitstellung von Menstruationsprodukten am Arbeitsplatz oder eine zusätzliche Vergütung für die anfallenden Kosten!
  2. Bezahlte Freistellung während der Menstruation!
  3. Keine Zielvorgaben für schwangere oder menstruierende Arbeiter*innen und weniger schwere Aufgaben!

Unsere Forderungen richten sich an Fabrikbesitzer weltweit und Bekleidungsmarken, die von dieser Ausbeutung profitieren. Sie müssen sicherstellen, dass in den Fabriken die geforderten Bedingungen erfüllt werden!

Mehr Infos zum Fundraising und eine Liste der Marken,die in den Fabriken in Myanmar produzieren lassen, findet ihr auf der Homepage: fgwm-solidarity.org

Unterstützt unsere Aktion auf gofundme.com!

Wir haben als Ziel, bis zum 11. Mai 2025 15.000 € zu sammeln.